Die KAI-Lernwerkstatt ist ein Pilotprojekt der Berufsfachschule für Kaufmännische Assistentinnen und Kaufmännische Assistenten mit dem Schwerpunkt E-Business Management. Es handelt sich um ein KI-Bildungskonzept, das Auszubildende befähigen soll, KI-Technologien nicht nur anzuwenden, sondern zu verstehen, zu designen und kritisch zu reflektieren.
KAI ist die Abkürzung für Kalscheuer Artificial Intelligence.
Das Hauptziel ist die Entwicklung von Analyse- und Reflexionskompetenz, damit die Auszubildenden vom reinen Anwender zum kritischen Gestalter werden. Dabei wird der Fokus auf die Funktionsweise von Large Language Models (LLM) gelegt.
Das Projekt gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Stufen: 1. Verstehen (Aufbau und Funktionsweise), 2. Reflektieren (Kontrolle und Limitationen) und 3. Mitgestalten (Konzeption komplexer KI-Systeme). Der zeitliche Umfang der Basisversion beträgt 36 Schulstunden.
Das Leitprinzip lautet: „Die KI folgt dem Unterricht und nicht umgekehrt“. Das bedeutet, dass der Einsatz der KI immer unterrichtsbezogen erfolgt und die pädagogische Verantwortung jederzeit bei der Lehrkraft liegt.
KAI dient gleichzeitig als kompetenter Lernassistent, als didaktisches Analyseobjekt und als Anschauungsbeispiel. Im Gegensatz zu vielen kommerziellen Systemen ist die Konstruktion von KAI für die Auszubildenden transparent und offen einsehbar.
Das gesamte System ist so konzipiert, dass die Auszubildenden keine tieferen Programmierkenntnisse benötigen. Dies ermöglicht es ihnen, sämtliche Schritte der Entwicklung eigenständig auf Basis von Content Management Systemen wie WordPress zu bewältigen.
Durch das Retrieval Augmented Generation Verfahren (RAG) greift KAI vorrangig auf die KAI-Knowledge Base zu, die aus schulspezifischen Lehrmaterialien besteht. Weiterhin ließt KAI über das Context Aware Verfahren jede Lerneinheit ein und erhält zudem für jede Lerneinheit Vorgaben durch die Lehrperson. Dies sorgt für fachlich abgesichertes Wissen, eine hohe Übereinstimmung mit dem Unterricht und eine Reduzierung von Halluzinationen.
Gegen Ende des Projekts erstellen die Auszubildenden eine eigene Web-Anwendung mit mindestens einem integrierten KI-Chatbot. Dieser projektorientierte Nachweis umfasst zudem eine schriftliche Dokumentation (Reflexionsbericht) und eine mündliche Präsentation mit Live-Demonstration.
Ja, durch einen bewussten Low-Budget-Ansatz mit laufenden Kosten von etwa 400 Euro pro Jahr und den Verzicht auf teure Hardware ist das Projekt übertragbar. Es basiert überwiegend auf allgemein zugänglichen Web-Technologien.
